Sylvia Henze - Metamorphose
26. Oktober bis 20. Dezember 2019
Eröffnung am 25. Oktober 2019, 19 Uhr, in Anwesenheit der Künstlerin
Es dauert fast fünfzig Minuten, bis sich die Kugel im Wasser auflöst. Schlieren ziehen hoch, verdichten sich zu einem Nebel, der vormals schwarze Hintergrund mit der Reflektion der Kugel wird undeutlich, Teile der Kugel brechen ab, bis sich die Kugel zu einem amorphen Haufen zersetzt hat. Der Prozess des Vergehens in Echtzeit erfordert ein langsames Zusehen, Geduld. Zeit, mit der Länge des Videos in diesem Medium mehr als in allen anderen Kunstformen angelegt, wird zu einem der zentralen Themen der Arbeit und wie das Porzellan vergeht, vergeht auch sie.
Das Vergehen aber ist ein Übergang von einem Zustand in einen anderen, eine Metamorphose. Die Kugel wird vom menschengemachten Objekt zur formlosen Schüttung, nicht von Hand, sondern unter Wasser vom Zufall der Wasserbewegung und Schwerkraft gestaltet.
Der Schwerkraft im Veränderungsprozess folgten auch die Skulpturen von in Porzellanmasse getunkten Schwamm-Blöcken. Pittoreske Höhlenlandschaften, Canyons, Stalagtiten und Stalagmiten sind in Zerbrechen und Einstürzen des Schwammes entstanden. Nur mittelbar hatte Sylvia Henze Einfluss auf die Formgebung: Durch das Aussortieren nicht – oder zu sehr – eingestürzter Arbeiten, durch Variation von Porzellanmenge, Hitze und Brennzeit.
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Sylvia Henze
ZEIT | EN, 2012
1/3 + 2 AP
Fotoleuchtbox
70 x 138 x 50 cm
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Sylvia Henze
ZEIT | EN, 2001
1/10
Videoloop 50 min.
Format 4:3
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Sylvia Henze
ZEIT | EN, 2012
1/3 + 2 AP
Fotoleuchtbox
70 x 138 x 50 cm
Weißes Gold – Sylvia Henze nutzt die feine Struktur und helle Farbe des Materials, ihr Umgang mit ihm ist aber weit von den Bildern feinen Teegeschirrs und filigraner Feinmalerei entfernt, der sich mit Begriffen wie Bone China oder Manufakturen wie Meißen verbindet. Nicht die wissenschaftliche Präzision der genau auf Perfektion der Hohlform hin ausgerichteten Brennprozesse ist ihr Ziel. Das Feuer, die Hitze des Brennens, Verbrennens ist eine Gewalt, die zerstört und errichtet, ein Purgatorium, aus dessen Flammen Neues entsteht.
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Sylvia Henze
ZEIT | EN - SKULPTUR I, 2001
Porzellanskulptur (Unikat)
Maße 60 x 40 x 23,5 cm
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Sylvia Henze
ZEIT | EN - Skulptur II, 2001
Porzellanskulptur (Unikat)
Maße 60 x 40 x 23,5 cm
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Sylvia Henze
ZEIT | EN - SKULPTUR III, 2001
Porzellanskulptur (Unikat)
Maße 60 x 35 x 21 cm
Absichtlich bringt Henze durch die Größe der Schwämme das Element des Zufalls ins Spiel: Die Hitze kann das Innere des mit Porzellanmasse getränkten Trägermaterials nicht aushärten, bevor der organische Schwamm verbrennt – ein unkontrollierter Einsturz ist die Folge. Auch die „Feuerzeichnungen“, die Stroh, Metallsalze und Feuer im geschlossenen Ofen auf die Porzellanpapiere malen, lassen sich nicht steuern. Das Feuer wird zum Gestalter, gleichzeitig in seiner Hitze zerstörende Kraft und durch das Härten des Porzellans Konservator des Zerfalls.
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Sylvia Henze
ZEIT | EN, FOTOGRAFIE I-V, 2001 / 2015
Fotografie hinter Acryl
Je 1/5 + 2 AP
67,5 x 22 cm
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Sylvia Henze
ZEIT | EN, EDITION, 2001
Porzellan
4,5 x 4,5 x 8,5 cm
Die eingefallenen Schwammskulpturen und die Schmauchspuren auf Porzellanblättern, machen die Kraft des Feuers sichtbar. Manche sind bis zur Schwärze verbrannt und auch die Porträts werden eins mit der „Farbe“ des Feuers. Hier wird das Feuer zum künstlerischen Gestalter und die Schmauchspuren des Brennvorgangs zum Kern der Bildaussage.
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Sylvia Henze
ABGELEGT, 2004
Porzellan, Kapselbrand montiert, Unikat Sign.
DIN A4
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Sylvia Henze
ABGELEGT, 2004
Porzellan, Kapselbrand montiert, Unikat Sign.
DIN A4
Weitere Arbeiten aus der Serie vorhanden, bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Informationen wünschen!
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Sylvia Henze
O.T., 2005-10
Porzellan, Kapselbrand montiert, Unikat Sign.
DIN A4
Auch die Serie abgelegt trägt solche zufallsgesteuerten Feuerzeichnungen. Sylvia Henze legt vor dem Brennvorgang unfixierte Fotokopien von Porträtfotos der Bewohner eines Altersheims auf die Porzellanblätter, das Motiv brennt sich ein und die Spuren des Feuers verbinden sich mit dem Bildmotiv und dem Porzellan. Der Kollaboration der Düsseldorfer Fotografin Renate Fritsch und Sylvia Henzes tritt als unsichtbarer Beteiligter das Feuer als dritter Schaffender bei. In der Wirkung lässt es das cleane Trägermaterial mit Schmauchspuren „altern“, gleich den Porträtierten.