Ari Goldmann – Riots on the Roof
20. Januar – 17. März 2017
Eröffnung am 19. Januar 2017 in Anwesenheit des Künstlers
Menschheit: Für Ari Goldmann, der mit diesem Begriff eine Werkgruppe überschreibt, ist das Wort zugleich Definition und Kommentar. Was konstituiert Menschheit? Welche historischen Ereignisse, welche grundsätzlichen Abläufe menschlichen Zusammenlebens und Handelns? Ari Goldmann sucht nach ikonografischen Spuren dieses Handelns und analysiert sie in seinen Bildern.
Arbeiten
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Ari Goldmann
DIE KÜCHENRIEGE DES WEIßEN HAUSES / THE WHITE HOUSE KITCHEN STAFF, 2015
Öl auf Leinwand
80 x 100 cm
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Ari Goldmann
LOST, 2016
Öl auf Leinwand
100 x 140 cm
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Ari Goldmann
HEINZ ROTH, OTTO SCHILDT & KÄTHE STRAUCH, 2015
Öl auf Leinwand
100 x 120 cm
Als Darstellungsmittel greift Ari Goldmann auf die Reduktion von Formen und Linien zurück. Plakative Farbflächen füllen Körper und Flächen aus und eliminieren ablenkende Details wie Gesichtszüge, Kleidungselemente oder die Umgebung. Personen (z. B. von Zeitungsfotos) werden infolge eines Abstraktionsprozesses zu Umrissen und sind dergestalt anonymisiert für den Betrachter kaum zu identifizieren, falls sie nicht im Profil gezeigt werden. Zuordnungsfähiger Kleidung oder individueller Gesichtszüge entledigt, wird das Bild Zeit und Raum enthoben. Situationen lassen sich nicht mehr verorten und Bildaussagen werden vom Spezifischen ins Allgemeine transportiert. Monochrome Farbflächen erreichen Signalwirkung auch auf die Distanz. Der nähere Blick offenbart dabei immer wieder unter der Farbe liegende Bildstrukturen und Ornamente, die wie die Punzierungen im Goldgrund mittelalterlicher Ikonen die Zweidimensionalität und Flächigkeit des Hintergrunds noch verstärken.
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Ari Goldmann
BLUMENSCHWENKER, 2010
Mischtechnik auf Papier auf Holz
40 x 40 cm
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Ari Goldmann
RIOTS ON THE ROOF, 2017
Öl auf Leinwand
140 x 120 cm
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Ari Goldmann
PROTESTE ENTSCHWINDEN, 2016
Öl auf Leinwand
140 x 120 cm
Bilder aus Nachrichten, Literatur oder Kunstgeschichte dienen Ari Goldmann als Vorlage für seine Gemälde. Indem er sie auf ihre Umrisse reduziert, verwandelt Ari Goldmann sie in eine Abstraktion aus kräftigen, farbigen Formen, die durch kontrastierende Linien voneinander getrennt sind. Dadurch werden die Implikationen der Bildstruktur deutlich: Beziehungen zwischen Personen, Hierarchien, Konzepte von Nation oder Intimität. Goldmann offenbart eine zeitlose Ikonografie wiederkehrender Motive der heutigen Pressefotografie und unseres kollektiven Gedächtnisses.