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STREAMER

mit
Sebastian Neubauer, Daniel Vier und Svenja Wassill

Laufzeit: 20. Februar bis 11. April 2020

 

ACHTUNG: Wegen der aktuellen Situation bleibt die galerie postel vorläufig bis Ende März geschlossen, wir informieren Sie an dieser Stelle und über unseren Newsletter und unsere Social Media Präsenzen über die weitere Entwicklung.

Bis dahin werden wir auf dieser Webseite und über Facebook und Instagram Eindrücke aus der Ausstellung und Informationen zu einzelnen Kunstwerken posten und so die Ausstellung aus dem analogen in den virtuellen Raum überführen. Wir freuen uns, wenn Sie Lust haben, auf diese Weise weiter an der Ausstellung teilzuhaben.

Über unsere Galerietelefonnummer +49 40 22 85 39 24 0 und die Emailadresse kontakt (at) galeriepostel.de stehen wir gerne für Fragen zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Claudia Postel und Team

Sebastian Neubauer, MASHUPFORSCHUNGSREISE, 2007

Ausstellungansicht STREAMER 2020 II: Svenja Wassill, Superlove, 2019 // Daniel Vier, Place of No Pity, 2017 // Svenja Wassill, hi, 2018

Der Blick auf die Ausstellungsituation mit dem Bild “Place of No Pity” von Daniel Vier, dem Foto (ja, es ist wirklich eine Aufnahme) “hi” von Svenja Wassill, diesmal nicht von Sebastian Neubauers Installation aus, sondern aus der Perspektive der Installation “Superlove” von Svenja Wassill.

So suggestiv aufgenommen aus der Perspektive der kleinen Plüschfiguren, weil mich immer wieder die Ähnlichkeit der Form fasziniert, die sich zwischen den verwandelten Gizmos im Film “Gremlins” von 1984 und dem Foto “hi” fasziniert.

Der kleine “Gizmo”, der im Film als Haustier dem Jungen Billy geschenkt wird, ist durchaus niedlich und hat ein Faible für Musik. Wird er jedoch nass – z.B. durch Regen – vermehrt er sich. Und wird ein solcher Plüschteddy der Gattung Mogwai nach Mitternacht gefüttert, wird aus dem Kuscheltier ein echsenartiges Monster mit Gruselfaktor.

Was es macht, wenn einem Kuscheltier das Gesicht mit den Kulleraugen fehlt und wie Wassill Musik und Bewegung einsetzt, zeigen wir in Kürze – als nächstes stellen wir ein Video der Superlove-Installation online, Singen und Tanzen inklusive.

Doch was beobachtet die Teddygruppe im Vordergrund von der Wand aus? Seltsam hinterleuchtet, definitiv fellfrei – und sind die beiden Ausbuchtungen am schmaleren Ende eigentlich Ohren? Könnte der Fotografin hier ein seltenes Foto eines Gremlins geglückt sein? Die Vorschläge in der Ausstellung waren zahlreich, von Nacktkatze bis zu der Frage, ob es wirklich ein Foto sei – ja, ist es.

Das Drudel aufzulösen würde aber der Bildidee widersprechen: Der Frage danach, welche Realitätsebene wir eigentlich wahrnehmen; ob das, was wir sehen, real ist. Was Realität ist – und ob sich hinter ihr nicht manchmal eine zweite, vielleicht unheimliche Ebene verbirgt. Und hinter dem Foto ein Monster, das uns beobachtet…

 

 

 

Svenja Wassill, Superlove, 2019

Installationsansicht Ausstellung STREAMER galerie postel 2020

Svenja Wassill, hi (Fotografie), 2018

 

MASHUPFORSCHUNGSREISE von Sebastian Neubauer online vorzustellen, ist eigentlich absurd. Denn die Arbeit bringt das Internet in die analoge Welt. In der Galerie führe ich sie meistens als “und da drüben liegt das Internet” ein, was nicht ganz richtig ist, denn es ist nur eine einzige Recherche, die Sebastian Neubauer 2007 zum Thema der künstlerischen Technik des Mashup durchführte.

In immer gleichbleibender Reihenfolge findet sich hier zwischen Buchdeckeln der lückenlose Print sämtlicher Webseiten, die Neubauer 2007 in diesem Zusammenhang aufsuchte. Wissenschaftliche Forschungsprojekte stehen gleichberechtigt neben Wikipediaeinträgen und den bunten Werbeanzeigen, die Blogs oder fragwürdigere Webseiten rahmen. Alles für die Ewigkeit unveränderlich auf dem Stand des Einträge von 2007 eingefroren, während das Web sich weiterentwickelte, wuchs und technisch änderte.

Als Installation lädt MASHUPFORSCHUNGSREISE in der galerie postel zum gemütlichen Schmökern im Sessel ein. Ganz ohne Strom und LED Screen, blättern statt scrollen, haptisch und mit seinen 328 Seiten durchaus schwer.

Und natürlich ist es eingebunden in den Ausstellungsraum, halb unter einem Foto von Svenja Wassill platziert mit Blick auf ein Gemälde von Daniel Vier und einer weiteren Installation von Svenja Wassill, die auf dem unteren Foto gerade außerhalb des Bildes ist. Aber zu alldem kommen wir in einem weiteren Post.

Daniel Vier, Svenja Wassill, Sebastian Neubauer – Ausstellungsansicht STREAMER 2020

Ausstellungsansicht: Die Nische der Galerie ist in bläulichem Licht angestrahlt. Im Dämmerlicht leuchtet das pudrige Blau von Daniel Viers Relief  “Aporia” von 2019. Darunter döst eine Gruppe Lemuren in Svenja Wassills Video “Schlummerschlaf” (2016).

Was können wir sehen? Der erste Eindruck täuscht so oft. Die Lemuren, die so friedlich schlummern, schrecken plötzlich hoch – was sie erschreckte, bleibt verborgen. Und Daniel Viers Relief, das so archaisch und hieratisch scheint, hat seine Quelle in der Welt der frühen Computerspiele der 80er Jahre…